Menschen bei Post & DHL
Wie ein Baseballprofi bei Deutsche Post und DHL ein zweites Zuhause fand
Foto: Patrick Tilke
Bereits während seiner Kindheit in Kanada träumte Zusteller William Germaine von einer Karriere als Baseballprofi. In Deutschland ging sein Traum in Erfüllung.
Was zunächst als Sommerabenteuer begann, gab seinem Leben eine völlig neue Richtung.
Seit seiner Jugend arbeitete William Germaine darauf hin, eines Tages in der amerikanischen Major League Baseball zu spielen. Doch seine Pläne nahmen 2018 eine unerwartete Wendung, als sein älterer Bruder Joe ihn fragte, ob er nicht eine Saison mit ihm in der deutschen Profiliga – der Deutschen Baseball Liga – spielen wolle.
Die Deutsche Baseball Liga auf Social Media:
„Ich bin eher zufällig hier gelandet“, so der heute 31-Jährige. „Joe meinte, es sei richtig gut – sie würden bei den Spielen ganz Europa bereisen. Da sagte ich spontan zu.“
In der darauffolgenden Sommersaison 2019 lernte William Germaine seine heutige Frau kennen, und sein ursprüngliches Europaabenteuer wurde zum Beginn eines neuen Lebenskapitels. Das Paar fand in Tübingen ein Zuhause. 2023 kam William zu seinem jetzigen Verein, den Heidenheim Heideköpfe. Seine spielerischen Leistungen waren beeindruckend: In der vergangenen Saison wurde William zum MVP, dem Most Valuable Player der Liga, gewählt. Sein Verein holte in den vergangenen drei Jahren zweimal den deutschen Meistertitel. Zudem gewann sein Team als erster deutscher Verein überhaupt im vergangenen Jahr den European Champions Cup – das Pendant zur Champions League im Fußball. Auch hier wurde William Germaine als wertvollster Spieler des gesamten Champions Cups ausgezeichnet. Im offensiven Spiel stellt er regelmäßig neue Rekorde auf.
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Video Credit: Quelle: DBL / Foto: Susanne Liedtke / Video: Heideköpfe-TV
Neue Perspektiven dank Deutsche Post und DHL
Trotz der Erfolgsbilanz ist die finanzielle Realität im deutschen Baseball mit Saisonverträgen nach wie vor herausfordernd. Schnell wurde dem Baseballprofi klar, dass er für die spielfreie Zeit ein zusätzliches Einkommen brauchte. So kam er zur Deutschen Post, wo er in der Niederlassung Reutlingen als Zusteller in Rottenburg am Neckar begann.
„Mein Deutsch war nicht besonders gut, das schränkte meine Jobmöglichkeiten deutlich ein“, erzählt er. „Bei der Deutschen Post war man sehr offen gegenüber Leuten mit wenig Deutschkenntnissen. Sie meinten: ‚Komm doch einfach zu einem Probetag – wir stellen deinen Scanner auf Englisch ein.‘“
Er fühlte sich vom ersten Tag an willkommen, wie er sich gerne erinnert. Der Zustellstützpunkt Rottenburg am Neckar war bereit, seinen Terminplan als Profisportler zu berücksichtigen, sodass er während der Sommersaison an den Wochenenden auch Auswärtsspiele bestreiten kann. In den Wintermonaten arbeitet er nach dem regulären Dienstplan.
Der Job als zusätzliches Training
„Die Deutsche Post hat mich immer sehr unterstützt“, erklärt William, der seine Tätigkeit als Zusteller nicht nur als Beruf versteht, sondern als Ergänzung zu seinem Alltag als Sportler. „Täglich 12 bis 16 Kilometer zu gehen, hält mich fit“, meint er, „und Pakete zu heben, ist ebenfalls ein gutes Training.“
Umgekehrt kommen ihm auch die Erfahrungen aus dem Sport im Berufsleben zugute: „Durch Baseball bin ich mental sehr stark geworden, und davon profitiere ich auch bei der Arbeit“. „Ich bin selten krank, und schlechtes Wetter macht mir nichts aus. Sowohl im Baseball als auch im Job gebe ich mein Bestes.“
Ein weiterer Vorteil seiner Arbeit bei Deutsche Post und DHL: „Ich konnte mein Deutsch deutlich verbessern“, sagt er. Sein Deutsch wurde so gut, dass er die B1-Prüfung bestand und im März dieses Jahres die deutsche Staatsangehörigkeit erhielt.
Neuer Pass, neue Perspektiven
Sein neuer Pass eröffnet ihm zudem eine weitere Perspektive: „Als deutscher Staatsbürger kann ich in der Nationalmannschaft spielen. Ich würde Deutschland sehr gern bei europäischen Baseballturnieren vertreten.“
Ursprünglich absolvierte William ein Studium der Kinesiologie, mit dem Gedanken, eines Tages Physiotherapeut zu werden. Doch vorerst sieht er seine Zukunft bei Deutsche Post und DHL – nicht zuletzt angesichts seines Familienalltags mit einer kleinen Tochter.
„Die Deutsche Post hat viel für mich getan, und ich kann mir gut vorstellen, noch lange dort zu arbeiten“, sagt er. „Mir gefällt die Freiheit, den ganzen Tag allein unterwegs zu sein – und auch die täglichen Aufgaben liegen mir.“ Und nicht zuletzt schätzt er die Freiheit, seine Baseballträume parallel zur Arbeit zu leben.