Simon Volkwein, Regional Head of EMEA & UKI für das DHL Fulfillment Network, erklärt die Auswirkungen für Händler: „Neben den offensichtlichen Mehrkosten stellt sich auch die Frage, wer die Zölle letztendlich bezahlt. Übernimmt der Händler diese Kosten (in der Logistik als „Delivered Duty Paid“ (DDP) bezeichnet), oder gibt er sie an den Endkunden weiter? Klare Kommunikation ist hier ein Muss, damit Kunden nicht von unerwarteten Zollgebühren überrascht werden.“
Auch die zeitlichen Auswirkungen müssen berücksichtigt werden. „Die Zollabfertigung nimmt Zeit in Anspruch. Und Kunden warten nicht gerne!“, führt Simon Volkwein aus. Bereits die Verzögerung einer Bestellung kann den Händler seinen Ruf kosten. „Man riskiert, Kunden zu verlieren, die eine schlechte Erfahrung gemacht haben – und das wegen einer Verzögerung, die man nicht einmal selbst verursacht hat.“ Da die Zollabfertigung in Stoßzeiten mehr Zeit in Anspruch nimmt, werden Absatzprognosen und Bestandsmanagement immer wichtiger, insbesondere um saisonale Nachfragespitzen optimal zu steuern. Unter diesen Umständen kann das Kundenerlebnis erheblich beeinträchtigt werden, verbunden mit einem Rückgang der Konversionsrate, da sich Käufer nach Alternativen umsehen.
Hinzu kommen mehr bürokratischer Aufwand für Händler sowie neue Prozesse, die es einzuhalten gilt. So müssen Produktschlüssel bereitgestellt und die Waren über eine Plattform deklariert werden, die bislang möglicherweise noch nicht genutzt wurde. „Regelkonformität wird bei diesem völlig neuen Prozess von zentraler Bedeutung sein.“