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Importzölle und Einfuhrsteuern verstehen: Der Guide für deinen internationalen Versand

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Wenn du als KMU international versendest, ist die Erschliessung neuer Märkte ein starker Wachstumshebel. Gleichzeitig kommt ein Thema mit, das viele unterschätzen: die Zoll- und Steuerregeln des jeweiligen Ziellandes. Wer sie ignoriert, riskiert, dass die Sendung am Zoll hängenbleibt oder dass empfindliche Bussen anfallen. Dieser Guide erklärt dir, was Importzölle und Einfuhrsteuern sind, wie sie berechnet werden und wie du als Schweizer Unternehmen den Überblick behältst.

Was sind Importzölle?

Importzölle sind staatliche Abgaben auf Waren, die in ein Land eingeführt werden. Sie werden vom Zielland erhoben und schützen die heimische Wirtschaft, sichern Steuereinnahmen und steuern den Aussenhandel. Die Höhe hängt von der Warenart, dem Ursprungsland und vom Warenwert ab. Für Sendungen aus der Schweiz in die EU oder umgekehrt gelten je nach Warenkategorie und Freihandelsabkommen unterschiedliche Sätze.

Was ist die Einfuhrsteuer?

Die Einfuhrsteuer ist eine Mehrwertsteuer, die auf importierte Waren erhoben wird. In der Schweiz erhebt das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) die Einfuhrsteuer auf den Zollwert der Ware, abhängig vom Steuersatz, der für den jeweiligen Warentyp gilt. Anders als Zölle, die nur auf bestimmte Warenkategorien anfallen, betrifft die Einfuhrsteuer praktisch jede gewerbliche Sendung über die Schweizer Grenze.

Wie wirken sich Zölle und Steuern auf deine Sendung aus?

Zölle und Einfuhrsteuern erhöhen den effektiven Preis deiner Ware im Zielland. Wenn du diese Kosten nicht in deine Kalkulation einbeziehst, gehen sie zu Lasten deiner Marge oder werden unangenehm dem Endkunden in Rechnung gestellt. Aus Kundensicht ist beides schlecht. Wer im internationalen Versand erfolgreich verkaufen will, plant Zoll und Steuer von Anfang an mit ein und macht das transparent.

Wie hoch sind Einfuhrabgaben?

Die Höhe variiert stark. Faktoren sind:

  • Warenart, klassifiziert über den HS-Code

  • Ursprungsland und allenfalls bestehende Freihandelsabkommen

  • Warenwert inklusive Versand- und Versicherungskosten (je nach Incoterm)

  • Bestimmungsland und dortige Steuersätze

Für die Schweiz beim Import aus der EU sind die Zollsätze für viele industrielle Waren tief oder null, dafür greift die Einfuhrsteuer. Die genauen Sätze findest du im Schweizer Gebrauchstarif (Tares) beim BAZG.

Was ist ein HS-Code?

Der HS-Code (Harmonized System Code) ist ein international standardisierter Code, der jede Ware eindeutig klassifiziert. Er besteht aus mindestens sechs Ziffern und wird von Zollbehörden weltweit verwendet, um Zölle und Steuern korrekt zuzuordnen. Für deine Sendung musst du den richtigen HS-Code auf der Handelsrechnung angeben. Bei einem falschen Code kann die Sendung umklassifiziert werden, was höhere Abgaben oder Verzögerungen zur Folge hat.

Wie berechnest du Einfuhrabgaben?

Die Grundformel ist: Zollwert (Warenwert plus Transport und Versicherung gemäss Incoterm) multipliziert mit dem Zollsatz für den HS-Code ergibt den Einfuhrzoll. Auf den Zollwert plus Einfuhrzoll wird dann die Einfuhrsteuer berechnet. Bei vielen Schweizer Importen ist die Einfuhrsteuer der grössere Posten, weil die Zollsätze für die meisten industriellen Güter niedrig sind. Für eine konkrete Schätzung vor dem Versand nutzt du am besten den Tares-Rechner beim BAZG oder den Zollrechner deines Logistikpartners.

Wer trägt die Verantwortung für Zölle und Steuern?

Das hängt von der gewählten Lieferkondition (Incoterm) ab. Bei DDP (Delivered Duty Paid) übernimmt der Versender alle Abgaben, der Empfänger bekommt die Sendung ohne weitere Kosten. Bei DAP (Delivered at Place) trägt der Empfänger die Einfuhrabgaben. Im B2C-eCommerce ist DDP oft die beste Wahl, weil sie das Kundenerlebnis schützt: Niemand bekommt gerne eine Zollrechnung an der Haustür. Für B2B-Versender ist DAP häufig der Standard.

Was du beim internationalen Versand bedenken musst

Eine Liste der wichtigsten Punkte vor jeder grenzüberschreitenden Sendung:

  • Hast du den korrekten HS-Code für jede Position?

  • Ist die Warenbeschreibung präzise und vollständig?

  • Ist der Warenwert korrekt und nachweisbar?

  • Welche Incoterm-Bedingung gilt und wer trägt die Abgaben?

  • Gibt es ein Freihandelsabkommen, das Zölle reduzieren kann?

  • Brauchst du eine EORI-Nummer (für EU-Sendungen) oder andere Identifikationen?

  • Sind alle Begleitdokumente (Handelsrechnung, Ursprungsnachweis) vollständig?

Praktische Schritte für den Umgang mit Einfuhrabgaben

Zollanmeldungen verwalten

Eine saubere, vollständige Zollanmeldung ist die Grundlage für jede zollkonforme Sendung. Du kannst sie selbst erstellen, wenn dein Team das Know-how hat, oder die Anmeldung an deinen Logistikpartner delegieren. Bei DHL Express läuft die Zollanmeldung im Hintergrund mit, basierend auf den Daten, die du in der Handelsrechnung lieferst. Je sauberer deine Daten, desto reibungsloser der Prozess.

Zollbroker oder Dienstleister einsetzen

Für komplexe Sendungen oder regelmässige Importe lohnt sich ein erfahrener Zollbroker. DHL Express bietet integrierte Zollabwicklung als Teil des internationalen Express-Service. Der Vorteil: Du musst dich nicht durch jede Tarifnummer kämpfen, sondern verlässt dich auf einen Partner, der täglich Tausende von Zollanmeldungen abwickelt und die aktuellen Schweizer und EU-Regeln kennt.

Bereite deine Kunden auf Einfuhrabgaben vor

Wenn du B2C verkaufst und die Abgaben nicht selbst übernimmst, kommuniziere das vor dem Kauf klar: an der Kasse, in der Bestätigungsmail, im FAQ. Versteckte Kosten am Ende sind einer der häufigsten Gründe für Reklamationen und Rücksendungen. Transparenz ist hier das beste Vertrauenssignal.

Nächste Schritte

Wenn du planst, regelmässig international zu versenden, kläre die folgenden Punkte: Ist deine Handelsrechnungs-Vorlage zollkonform? Hast du deine Top-HS-Codes hinterlegt? Brauchst du eine EORI-Nummer für EU-Versand? Lohnt sich für dich der DDP-Versand statt DAP? Mit einem DHL Express Business Account hat dein Account Manager all diese Punkte im Setup mit dir abgestimmt, bevor die erste Sendung rausgeht.